Weithin sichtbar - so steht der Turm der Kirche St. Nikolaus in Impfingen mit dem steil aufragenden pyramidenförmigen Helmdach mit vier Ecktürmchen sehr markant am erhöhten Rand des alten Dorfkerns.
Der Turm ist der älteste Bauteil der Kirche – begonnen im 13. Jahrhundert erhielt er bis 1614 (Datum am erhöhten Spitzbogenfenster der Ostwand) seine heutige Dachform und erreicht 45 Meter Höhe. Die Glockenstube des Turmes mit dem Renaissance-Glockenstuhl von 1657 beherbergt die historische Nikolausglocke (gegossen 1794 in Würzburg) und drei neuere Glocken, die nach dem Krieg das Geläut wieder ergänzten.
Die Kirche ist dem Bischof von Myra, dem heiligen Nikolaus geweiht – die Kirchengemeinde feiert sein Patrozinium in der Adventszeit am 6. Dezember. Seine barocke Figur dominiert den rechten Rokoko-Seitenaltar mit den Attributen des Bischofs (Stab und Mitra) und der Bibel mit den drei Goldkugeln (Legende von der Ausstattung der drei verarmten Jungfrauen).
Gleich links von der Figur des Nikolaus trifft man auf die des Apostels Jakobus (der Ältere), dem Sohn des Zebedäus. Er trägt den charakteristischen Pilgerstab, das Trinkgefäß und eine Muschel. Impfingen verehrt ihn im Juli als „Ortspatron“ mit der Feier des Jakobusfestes. Mit Pfeilen durchbohrt ergänzt der heilige Sebastian die rechte Figurengruppe. Auch zwei Chorfenster von 1873 vor der Empore zeigen links den heiligen Jakobus und rechts den heiligen Nikolaus.
Sehenswert ist der spätgotische Chor aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es wird von einem Netzgewölbe überspannt und von sechs originellen Frauen- und Männergesichtern mit mittelalterlicher Haartracht und verschiedenen Gesichtsausdrücken geschmückt. Die Bemalung der Netzwerkfelder stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und zeigt Szenen aus der Apokalypse des Johannes.
Ein besonderer Blickfang im Kirchenraum ist das Bild des Hauptaltars. Die Heilige Familie wird hier in einem Ölgemälde von 1820 dargestellt. Auch das Rokoko-Chorgestühl ist ein besonderes Ausstattungsstück. Links vom Chorraum ist der Marienaltar zu finden. Dort rahmen Johannes, der Lieblingsjünger Jesu und Maria Magdalena die Maria-Immakulata-Statue ein.
Bei der letzten Renovierung im Jahr 2009 wurde der barocke Taufstein aus rotem Sandstein mit Motiven der Heilsgeschichte vor dem Marienaltar aufgestellt. Das Langhaus wurde ab 1700 neu erbaut und 1904 mit der Verlängerung des Kirchenschiffs und der Neuerrichtung der Westfassade mit der Figur des heiligen Bischofs Kilian über dem Haupteingang vollendet. Im rückwärtigen Kirchenraum sind die ausdrucksstarke Pieta, die Statue des heiligen Konrad von Parzham über dem Haupteingang und die des heiligen Josef mit dem Jesuskind und des heiligen Wendelin im Hirtengewand zu sehen.
Eine Gedenktafel beim Schriftenstand erinnert außerdem an den Märtyrerpriester Georg Häfner (1900 – 1942), dessen Vater aus Impfingen stammte. Häfner starb 1942 in Haft im KZ Dachau und wurde am 15. Mai 2011 als „Märtyrer der Versöhnung“ seliggesprochen.
Bericht: Wolfgang Eitzenberger / Juli 2019
Quelle: Ein Wegweiser durch St. Nikolaus in Impfingen, Kath. Kirchengemeinde Impfingen 2009
Pfarrkirche
Gotischer Turm und Chor, Erweiterung 1700-1704, 1904
Ausstattung: u. a.
barocke Fresken im gotischen Netzgewölbe,
Altäre aus der Werkstatt der Brüder Schäfer, Karlstadt am Main (1770/72)
barocke Fresken im gotischen Netzgewölbe,
Altäre aus der Werkstatt der Brüder Schäfer, Karlstadt am Main (1770/72)
Adresse
Kirchplatz 3
97941 Tauberbischofsheim - Impfingen
Kirchplatz 3
97941 Tauberbischofsheim - Impfingen







