2025 - Mindestens 365 Gründe um „Danke“ zu sagen …

15.01.2025 | Leitgedanken

von Markus Rombach,
Theologe im Praktikum

Viele Menschen halten zu bestimmten Zeitpunkten gerne einen Rückblick auf das Vergangene. Gerade am Jahresende sind das Fernsehprogramm und die Zeitungen voll davon. Ich selbst habe mir den Rückblick auch angewöhnt. Allerdings nicht nur am Jahresende, sondern jeden Abend in meinem Nachtgebet. Ich gehe den vergangenen Tag nochmals gedanklich durch und wenn dann das ganze Erlebte vor mir liegt, suche ich zuerst nach den Lichtblicken, für die ich „Danke“ sagen kann.
 
Interessant dabei ist, dass mir die schlechten Dinge immer sofort einfallen, während sich die Lichtblicke gelegentlich hinter einer Vielzahl von Aufgaben, Herausforderungen oder negativen Eindrücken verstecken. Seit ich den Tagesrückblick halte, habe ich aber noch nie einen Tag erlebt, an dem nicht zumindest ein kleines aufblitzendes Lichtlein da war, für das ich „Danke“ sagen konnte.
 
Oft sind es kurze Begegnungen, ein freundliches Wort, ein schönes Musikstück oder auch nur der Duft einer Tasse Kaffee, über den ich mich gefreut habe. Wenn der Tag auch noch so schlecht lief- irgendetwas Gutes gab es immer. Und schon allein das Wissen darum, dass ich am Abend mindestens einen Tages-Lichtblick benennen möchte, hat auch meine Aufmerksamkeit geschärft, mit der ich durch den Tag gehe. Die schönen Momente sind mir viel bewusster, weil ich immer schon denke: Genau diesen Moment werde ich heute Abend nochmals aufgreifen.
 
Was der Tagesrückblick im Kleinen zum Vorschein bringt, das schafft der Jahresrückblick im Großen: Wenn ich frage: „Gibt es einen Grund zum Danken?“, dann fallen mir immer Situationen des vergangenen Jahres ein, an die ich sonst vielleicht gar nicht mehr gedacht hätte. Und oft erkenne ich darin einen roten Faden, der sich durch die vergangenen 365 Tage gezogen hat. Manchmal sind es sogar „goldene Fäden“, bei denen ich das Gefühl habe, dass Gott sie in mein Leben eingewoben hat.
 
Mir ging es in diesem Jahr so, wenn ich an den Abschluss meines Studiums und den Beginn des Pastoralpraktikums hier bei Ihnen in Tauberbischofsheim denke. Die Erfahrung, mit welcher Herzlichkeit und Offenheit ich hier in Tauberbischofsheim aufgenommen wurde- sei es im Team, in den unterschiedlichen Gruppierungen oder auch in persönlichen Gesprächen und Begegnungen- ist für mich ein solch goldener Faden, für den ich sehr dankbar bin.
 
Und es freut mich, dass dieser goldene Faden schon jetzt auf einen Lichtblick im neuen Jahr zusteuert, denn Erzbischof Stephan Burger hat bereits zugesagt, meinem Mitbruder Lukas Röder aus Paimar und mir die Diakonenweihe am 22. Juni hier in Tauberbischofsheim zu spenden. Auch das ist für mich schon heute ein Grund, um „Danke“ zu sagen.
 
Liebe Leserinnen und Leser,
für das Jahr 2025 wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, dass auch Sie in Ihrem Leben einen solch roten Faden -und ggf. sogar goldene Fäden- erkennen können.  Und ich wünsche Ihnen für jeden Tag des Jahres mindestens einen Lichtblick.

Ihnen allen ein frohes und segensreiches Jahr 2025. Bleiben Sie behütet!
 
Ihr Markus Rombach